



Melody Gardot - Live am 23.5.2008 im Stage Club, Hamburg: "Musik aus Schmerz geboren" steht über der Anzeige zu diesem Konzert. "Das tut weh", meint ein Besucher. Schade, dass man bei Melody Gardot bisher mehr über ihren Fahrradunfall, den Krankenhausaufenthalt und die Folgen lesen kann, als über die außergewöhnliche Stimme und die sagenhaften Songs der 23-jährigen aus Philadelphia. Doch weder die schmerzbefreiten Vorankündigungen, noch zu wenige Sitzplätze, eine ebenso laute wie ineffektive Klimaanlage und die durch Säulen eingeschränkte Sicht auf die Bühne dämpfen die erwartungsfrohe Stimmung im ausverkauften "Stage Club". Das Publikum ist angenehm gespannt, als Melody Gardot die Bühne betritt.

Die Musik wurde der jungen amerikanischen Sängerin und Songschreiberin gewissermaßen gleich in die Wiege gelegt, als ihre Eltern ihr den klangvollen Vornamen Melody gaben. Daß Melody Gardot dann aber mit zwanzig Jahren tatsächlich eine musikalische Laufbahn einschlug, ist auf einen schweren Unfall zurückzuführen, der sie beinahe das Leben gekostet hätte. Wenn man über Melody Gardot also sagt, daß sie den Blues habe, dann handelt es sich bei dieser Bemerkung nicht etwa um eine stilistische Standortbestimmung, sondern vielmehr um eine Beschreibung ihres Seelenzustands.

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