Läck de Söck därr, Toni!
Nachdem ich mein Auto auf dem Parkplatz am Minoritenplatz in der City von Kleve geparkt hatte, ging ich mal wieder erwartungsvoll los, um beim Einkaufen in Kleve einige lustige oder anregende Geschichten zu erleben, die es sich lohnt, aufzuschreiben.
Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Denn kurz nachdem ich in die Große Strasse einbog, konnte man den kleinen, bunten Citytrain von Kleve beobachten, wie er seiner Bestimmung nachkam, vor allem ältere und gehbehinderte Menschen von der Unterstadt in die Oberstadt zu befördern.
Ein offensichtlicher Kritiker dieses Citytrains schmetterte dem Gefährt hinterher:
“Gefft es Stoff met owe mickrige Rappelkest, want sönst douw ek ow oan, dat geij bennen korte Titt in de Bööverstadt sitt.”
Übersetzung: (”Gib mich mal Gas mit Deinen kleinen Spielzeugzug, denn ansonsten schiebe ich Dich an, das Du in ganz kurze Zeit in die Oberstadt sein werden tust.”)
Mein Weg führte mich zum Fischmarkt, wo zwei ältere Herren genußvoll in der Herbstsonne vor dem Elsabrunnen saßen und sich unterhielten. Einige Wortfetzen konnte ich aufschnappen und will sie dem geschätzten Leser natürlich nicht vorenthalten.
Mit Blick und Handzeichen zum Denkmal des Brunnens meinte der eine:
“Die hätt ewell niet bloß Fess gegääte, doar modden ok än poar decke Pippers doarbeij gewesst sinn.”
Übersetzung: (“Die hat aber nich nur Fisch zu sich genommen, da müssen auch ein paar dicke Erdäpfel dabei gewesen sein.”)
Darauf sinnierte der andere:
“Ewell heij lickt drütt, as dat die decke Böss öm dat ganze Ääte van den Telder geklaut hätt.”Â
Übersetzung: (“Aber er kuckt aus die Wäsche, als wenn die dicke Matrone ihm dat ganze Essen von der Teller geklaut haben tut.”)
![[image]](http://mowser.com/img?url=http%3A%2F%2Fuxxu.de%2Fkleve%2Fwinter.jpg)
Man hört viele schöne und lustige Dinge, wenn man beim Einkaufen in Kleve unterwegs ist und einfach nur zuhört.
Auf Höhe der Neue Mitte hörte ich einen Mann mit Hut einem anderen, der sich auf dem Weg zur Stechbahn befand, hinterherschmettern:
“Säch, Scheng! Kleine Mänze sitt geij well niet mehr!”
Übersetzung: (”Sag an, Jean! Kleine Menschen tuste wohl nich mehr sehen!”)
Worauf dieser sich dem Zurufer zuwandte und entgegnete:
“Jau, Mattes! Fless well ek die niet sien!”
Übersetzung: (Tja, Matthias! Möglicherweise ewentuwell will ich die ja auch überhaupts nich sehen!”)
Gespräch beendet. Bekanntschaft wohl auch. Man wird sich künftig nicht mehr kennen. Nicht mehr ansprechen. Keiner weiß, warum. Die Frauen stehen vor einem Rätsel. So ist das Leben. Auch in Kleve.
Was soll ich sagen, Toni?
Die Neue Mitte in Kleve scheint sich immer mehr zu einem abwechslungsreichen Einkaufstreffpunkt zu mausern.
So nahm ich die Gelegenheit wahr, um einmal nach dem neuen Buch über Kleve zu sehen. Es ist ein wunderbarer Bildband mit tollen Fotos aus den Nachkriegsjahren. Der Titel: “Kleve in den 1950er-Jahren” - kommentiert von Helga Ullrich-Scheyda.
Wo konnte ich diesbezüglich besser fündig werden, als hier:
Nicht nur, dass ich das entsprechende Buch dort sofort fand, nein Toni - die haben da auch eine unglaubliche Auswahl an Modernem Antiquariat, Sonderausgaben, Mangas, Bestseller und sogar Kalender in allen Formen und Farben.
Sind ja jetzt aktuell! Das neue Jahr scharrt bereits mit den Hufen.
Apropos: Kalender:
Kalender sind ja auch bekannt für Tageswitze. Einer davon war dieser:
Der Ober tritt an den Tisch des Gastes und fragt ihn: “Ihr Glas ist leer mein Herr, soll ich Ihnen noch eins bringen?” - “Was soll ich denn mit zwei leeren Gläsern??”
Tja, Toni - bereitest Du Dich auch schon auf Weihnachten vor? Dann mußt Du schnell handeln, denn die ersten Printen und Dominosteine haben schon ihr Haltbarkeitsdatum erreicht. Sind ja bereits seit August in den Läden. Dafür werden jetzt Sonnenbrillen, sowie Schwimm- und Tauchausrüstungen angeboten.
Für heute tauche ich dann mal ab.
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.