Das BGH Quiz ist im Frühjahr 2005 aus Neugierde auf die Entscheidung über den sehr umstrittenen "Kannibalen-Fall" (2 StR 310/04) durch den Bundesgerichtshof entstanden. Idee war es, durch eigene, maximal einstündige Erforschung angekündigter Fälle punktuell eine eigene Lösung zu entwickeln, um dann nach der spannenden Wartezeit auf die offizielle Entscheidung des Bundesgerichtshofs die Lösungen zu vergleichen und aus Fehlern zu lernen oder sich über Übereinstimmungen zu freuen.
Im Jurastudium wird zudem regelmäßig angemahnt, dass die Beschäftigung mit Urteilen des Bundesgerichtshofs für das Staatsexamen sehr wichtig ist. Das BGH Quiz schien mir eine ideale Art der Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu sein. Einerseits müssen selbständige Überlegungen angestellt werden, wenn es zB um Grundsatz- oder bislang nicht erforderliche Entscheidungen geht, da der Bundesgerichtshof noch nicht richtungsweisend entschieden hat. Andererseits ist das Lernen durch - wie gerade hier schön zweideutig - "trial & error" sehr effektiv, weshalb Fehler bei der eigenen Entscheidung auch für die Zukunft ein Gewinn sein können und man sich das, was man falsch gemacht hat, umso besser merkt. Außerdem ist natürlich die Form des Quizzes ungezwungen, weshalb Freiwilligkeit und Spannung auf einen Fall die primären Motive bei der Suche nach einer Lösung sind und das Studium nebenbei so auf spielerische Art angereichert wird, um Wissen zu erlangen, das später einmal tatsächlich angewandt werden kann.
Trotz der spielerischen Art der Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs habe ich jedoch größten Respekt für die Arbeit der Senate und die Personen, die durch die jeweiligen Entscheidungen betroffen sind, und bin immer auch über den Verlauf am Bundesgerichtshof hinaus an der Entwicklung vor und nach einer Entscheidung interessiert.
