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Great Firewall of Germany

Frau von der Leyen möchte ich gar nicht mal vorwerfen, dem Zensur- und Überwachungsstaat absichtlich in die Hände zu spielen. Unsere Familienministerin war vermutlich nur der Meinung, auch mal das publikumswirksame Thema »Kinderporno« vor ihren PR-Karren spannen zu müssen.

Schneller als erwartet kommen, da das Thema einmal ins Gespräch gebracht wurde, die nächsten Begehrlichkeiten: Die hessische Landesregierung (wer war das noch gleich?) möchte Glücksspielseiten sperren lassen. Es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis der erste Minister sich zu Wort meldet, er wolle Killerspielseiten sperren lassen. Oder Filesharing-Seiten. Rechtsextreme Seiten. Linksextreme Seiten. Islamistische Seiten. Pornographie.

Wenn man das fortführt, wäre wahrscheinlich eine Whitelist für ein Blümchen-Internet die Lösung, welche den Politikern am liebsten wäre. Dann könnte auch keiner mehr hingehen, und einfach selbst seine kritischen Gedanken im Netz veröffentlichen, denn bevor man auf die Whitelist kommt, müsste man sicherlich ein langwieriges und kostenintensives Prüfungsverfahren über sich ergehen lassen.

Wird die Welt durch eine Internet-Zensur besser? Wohl kaum. Das Antiterror Blog bringt es sehr schön auf den Punkt:

Es gibt schlimme Dinge im Internet, weil es schlimme Dinge in der realen Welt gibt. Da muss man ansetzen.

Zurück aus dem Krisengebiet

Hat mich jemand vermisst? Ich habe mir den Luxus von zwei Wochen Urlaub gegönnt. Theoretisch hätte ich aus dem mit W-Lan versorgten Hotel bloggen können, aber soweit ich das verfolgte, war in der Zeit nichts bahnbrechendes passiert, was ich hätte bloggen müssen, so dass ich es vorzog, in der Sonne zu brutzeln und mir den Bauch voll zu schlagen.

Um im Sommer noch mal richtig Sonne zu tanken, muss man ja etwas weiter weg. Das Urlaubsziel unserer Wahl war diesmal Thailand. Es war zwar im Vorfeld bekannt, dass es dort gewisse politische Unruhen gab, aber das auswärtige Amt hatte keine Bedenken für Urlauber geäussert. Nach einer Übernachtung in Bangkok und einer dreitägigen Rundreise schlugen wir unser Lager in Cha Am, nähe Hua Hin auf. Von politischen Querelen war in unserem Urlaubsort nichts zu merken, aber natürlich verfolgte ich die Nachrichtenlage täglich über Google News. In den letzten Tagen fragten wir uns dann aufgrund des besetzten Flughafens in Bangkok doch, ob wir planmässig wieder nach Hause kommen würden.
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SEO Anfänger-Tipps von Google

Google persönlich hat eine Anfänger Anleitung zum Thema SEO veröffentlicht. Das Dokument gibt es bisher nur auf englisch, und es behandelt wirklich nur grundlegende Themen. Für Entscheidungsträger ohne technischen Hintergrund vielleicht eine nützliche Lektüre. Wer gehofft hat, zwischen den Zeilen versteckte Insider-Informationen aufzuspüren, wird dagegen vermutlich enttäuscht werden.

[via Google Webmaster Central]

Versagen der deutschen Presse

Für die, die es noch nicht mitbekommen haben: Dem Journalisten Burkhard Schröder wurde gestern morgen die Wohnung umgekrempelt und der Rechner konfisziert, auf seiner Website vor drei Jahren einen Text über Sprengstoffe veröffentlicht hatte. Das Ganze ist in der deutschen Blogosphäre massiv thematisiert worden, so dass ich an und für sich keinen Grund habe, auch noch da drüber zu berichten.

Was ich aber eigentlich erschreckender finde als den eigentlichen Vorfall, ist die Tatsache, dass kein Presseorgan über den Fall zu berichten scheint. Zumindest findet die Google News Suche nichts dazu ausser einer etwas merkwürdigen »Pressemitteilung« die man bestenfalls als Satire auffassen kann. SpOn, FAZ, Focus, Zeit - Fehlanzeige. Nicht mal der TAZ, sonst immer ganz vorne dabei, wenn es etwas negatives über das Vorgehen der Staatsschergen geht, scheint der bedenkliche Vorfall eine Meldung wert zu sein.

An dieser Stelle weiss ich mal wieder, warum ich mich durch Blogs deutlich besser informiert fühle, als von den Qualitätsjournalisten, die stattdessen lieber den x-ten Aufguss des Hessener Wahldebakels wiederkäuen. Ich schliesse das Posting daher mit einem Zitat:

Und ihr wundert euch, dass es euch schlecht geht? [Dirk Bach, 2004, zur Lage der Musikindustrie]

Google vs. Skype: Google Mail jetzt mit Voice und Video Chat

Google betritt mal wieder ein neues Marktsegment: Nutzer von Google Mail finden in ihrer Kontaktliste nun eine neue Option Video & More, mit der sich ein Voice und Video Chat initiieren lässt. Benötigt wird dazu lediglich ein Browser Plugin, der in allen grossen Browsern unter Mac und Windows laufen soll.

Das ist natürlich ganz klar ein Angriff gegen Skype, welche bisher den Voice-Chat Bereich weitgehend beherrscht haben, und auch im Video Segment sehr stark waren. Ich muss zugeben, dass ich selbst weder Skype, noch den Google Chat intensiv nutze. Ob es Google gelingen kann, dem Klassenprimus in diesem Bereich nennenswerte Anteile abzunehmen wird eine spannende Sache.

Domainverkauf: Kredit.de für 892.500 Euro verkauft

Laut Pressemitteilungen-online.de ist es der bisher teuerste Verkauf einer .de Domain: Satte 892.500 Euro soll die Firma Unister, die bereits über ein attraktives Domainportfolio wie auto.de oder geld.de verfügt, für die Rechte an dem Domainnamen gezahlt haben. Verkäufer war Abacho.

Im Vergleich zu .com Domains, die auch schon mal hohe einstellige Millionenbeträge erzielen, ist das noch immer bescheiden. Dennoch handelt es sich um einen beachtlichen Batzen Geld für einen Domainnamen, der in Krisenzeiten erst mal refinanziert werden will. Wobei die Kreditbranche sicherlich ein Geschäftsfeld ist, von dem man eine positive Entwicklung erwarten darf.

Die Briten machen mir Angst

Es ist schon durch verschiedene Medien wie SpOn oder Heise gegangen: Großbritannien plant den ultimativen Überwachungsstaat. Anscheinend will die Regierung 15 Milliarden Euro für ein Überwachungssystem ausgeben, welches sämtliche digitale Kommunikation überwacht und speichert: Webseitenaufrufe, E-Mails, Chat, SMS, Telefonate, etc. Schon jetzt stellen die britischen Geheimdienste laut Spiegel Online 500.000 Anfragen jährlich an den Innenminister, um Websites oder E-Mails zu überwachen.

Der Vorwand für diese totale Überwachung ist, wie sollte es anders sein, die Terrorismusbekämpfung:

Dem “Telegraph” sagte ein Beamter des Innenministeriums im Oktober, man könne mit derartiger Technologie etwa Chat-Sitzungen auf passwortgeschützten Islamisten-Websites mitschneiden.

Die Folge aber wird sein, dass der Staat jederzeit so ziemlich alles über einen Bürger abrufen kann: E-Mails, Telefonate, Downloads, Aufenthaltsort, Einkäufe, etc. Der technische Aufwand, den so eine Kompletterfassung bedeutet ist schwer vorstellbar, andererseits sind 15 Milliarden Euro auch ein gewaltiger Berg Geld.

Auch das tatsächliche Ausmass einer solchen Massnahme in einer Welt, in der das Leben mehr und mehr online stattfindet, ist kaum auszumalen, selbst wenn man sich mit der Materie auskennt. Der normale Bürger wird das nicht mal annähernd verstehen können. Dennoch hoffe ich, dass die Briten aufwachen und sogenannte Volksvertreter, die eine solche Überwachung durchsetzen wollen, dahin jagen, wo sie hingehören.

Yahoo will sich jetzt doch kaufen lassen

Das muss schmerzhaft sein für Yahoo CEO Jerry Yang: Nachdem Google den Werbedeal mit Yahoo überraschend platzen liess, will man sich nun doch von Microsoft kaufen lassen:

Das Beste, was Microsoft heute tun kann, ist, Yahoo zu kaufen.

Man darf wohl ziemlich sicher davon ausgehen, dass sie das tun werden, wobei der Preis selbstverständlich deutlich niedriger ausfallen wird, als beim ursprünglichen Angebot seitens MS. Viel Widerstand seitens der Yahoo Mitarbeiter dürfte auch nicht mehr zu befürchten sein, da inzwischen so ziemlich alle Yahooler, die sich nicht mit einer Arbeit bei Microsoft anfreunden können, das Boot verlassen haben dürften.

Yahoo in die eigene Infrastruktur und Unternehmenskultur zu integrieren dürfte für Microsoft eine ziemliche Herausforderung werden. Vermutlich ist es aber die einzige Möglichkeit, gegenüber Google ein bischen Boden gut zu machen.

Trojanisiertes WordPress

ZDNet berichtet von einem Versuch, WordPress Nutzer zur Installation eines präparierten Updates zu bewegen, die eine Hintertür enthält. Dazu wurde eine gefälschte Website eingerichtet, die der echten WordPress Download Site täuschend ähnlich sieht. Man könnte das als Software-Phishing bezeichnen.

Bei einigen WordPress Usern erschien scheinbar die Meldung im Dashboard, sie sollten dringend auf die Version 2.6.4 (die es nicht gibt) updaten. Der dazugehörige Link führt dann zu der manipulierten WordPress Version. Bei dieser handelt es sich um die Version 2.6.3, bei der die Datei pluggable.php ausgetauscht war. Diese soll laut ZDNet so manipuliert sein, dass sie Cookies stiehlt - vermutlich um den Betreibern der Download-Site einen Admin-Zugang zur betroffenen WordPress Installation zu gewähren.

Die Domain mit dem präparierten WordPress Download lässt sich inzwischen nicht mehr erreichen, bezeichnend ist sicherlich auch, dass sich auf der gleichen IP die Website eines Pharma-Spammers befindet.

[via BloggingTom]

Das Netz während der Wahl

Bei der Los Angeles Times gibt es einen interessanten Artikel, der beschreibt welche beachtlichen Trafficrekorde die Plattformen Twitter, Digg und YouTube während der US-Wahlen aufgestellt haben. Diese Wahl war eine Feuerprobe für die Informations- und Kommunikationsstrukturen des Web 2.0, und das Web hat sich grandios bewährt.

So vermelde Twitter einen zwei- bis dreifache höhere Nachrichtenfrequenz als beim bisherigen Rekordevent, der ersten Wahlkampfdebatte. Beeindruckend, dass die einst so wackelige Plattform, die bei jedem Steve Jobs Auftritt auseinander fiel, seinen Nutzern den Wahl-Wal ersparen konnte. Auch Digg hatte den trafficstärksten Tag aller Zeiten, der Artikel Digg This If You Voted For Obama! kassierte knapp 35.000 Diggs. YouTube konnte mit der Video Your Vote Aktion innerhalb eines Tages satte 1.200 neue Videouploads einfahren. Zu guter Letzt verzeichnete auch die Los Angeles Times selbst mit 8.36 Millionen Pageviews einen neuen Trafficrekord.

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