Ich habe mir in letzter Zeit immer wieder Movable Type und Textpattern im Vergleich zu Wordpress angesehen und festgestellt, dass Wordpress ohne riesige Menge an Plugins nichteinmal die Basisfunktionen der beiden anderen System erfüllt. Hier ein kleiner kommentierter Überblick über die Unmenge an Plugins, die hier zum Einsatz kommt. (Alphabetisch geordnet. So, wie‘s mein Wordpress auch macht…)
Akismet: Eine Wordpress-Seite ohne Akismet ist unvorstellbar. Schon in den ersten Minuten nach der Veröffentlichung eines Artikel ist die Seite mit Spam vollgestopft. Nicht nur Spam-Kommentare, sondern auch Spam-Trackbacks werden gesendet. Eigentlich schade, dass sich jeder Wordpress-Benutzer auf die Server von Akismet verlassen muss! Clean Notifications: Wordpress Benachrichtigungsmails sind Müll. Und zwar wirklich. Zugekleistert mit unnötigen Informationen, hässlich gestaltet, und, und, und. Clean Notifications schafft hier Abhilfe. Dezent formatierte E-Mails, mehr nicht. Google XML Sitemaps: Wordpress selbst kann keine Sitemaps erstellen, daher sind Plugins nötig. Google XML Sitemaps generiert nach eigenen Wünschen Sitemaps, die auch ein wenig konfigurierbar sind. Intypo: Klar war ja wohl, dass Fremdsprachen ignoriert werden. Es gibt zwar eine gut übersetzte Version von Wordpress, doch ändert das nichts daran, dass zum Beispiel Anführungszeichen für den englischsprachigen Raum optimiert werden. Intypo regelt das. Less: Less zeigt den ganzen Artikel an, wenn man auf den „Weiterlesen..“-Link klickt („more“). Warum sollte man nicht den ganzen Artikel anzeigen? In diesem Zusammenhang nicht uninteressant: das Full Text-Feed-Plugin, das trotz More-Befehls den ganzen Artikel per Newsfeed ausliefert. (Ich verwende das Plugin nicht auf 3th, weil ich den More-Befehl verweigere.) No Self Pings: Wordpress ist ein bisschen dumm und pingt sich selbst. Wer diese Funktion braucht, ist mir schleierhaft, ich jedenfalls nicht, daher kommt dieses Plugin zum Einsatz. o42-clean-umlauts: Wieder was Regionales: Wordpress kan mit Umlauten in Artikel-URLs nicht umgehen und löscht sie einfach raus. o42-clean-umlauts schafft hier Abhilfe und wandelt beispielsweise das Umlaut a („ä“) in „ae“ um. Redirection: Wordpress besitzt über kein eigenes Umleitesystem für URLs. Redirection erledigt das problemlos: Ändert sich die URL eines Artikels, erstellt Redirection eine Umleitung und alle Links funktionieren nach wie vor. RSS Footer: Leider nötiges Plugin, weil es irgendwelche Komiker nicht lassen können, meinen Newsfeed als eigenen Inhalt anzuzeigen. Search Excerpt: Nein, ich will nicht den ganzen Artikel lesen, der meinen Suchbegriff enthält, sondern lediglich die Passage, die sie enthält. Search Excerpt macht das. Subscribe To Comments: Ich habe mich noch nie mit Kommentarfeeds anfreunden können. Weitere Kommentare als E-Mail zugesandt bekommen scheint mir wesentlich logischer. wpSEO oder All In One SEO: Wordpress-Vorlagen sind meist schlecht bis gar nicht suchmaschinenoptimiert. Das kostenpflichtige wpSEO beziehungsweise das kostenlose All In One SEO schaffen hier Abhilfe. WP Super Cache oder WP-Cache 2: Weil Wordpress von Haus aus mit Zwischenspeichern am Hut hat, ist eines der beiden Plugins sehr zu empfehlen. Beide beschleunigen den Seitenabruf, beide reduzieren die Prozessorbelastung des Servers.
Ich habe diese List von Wordpress-Plugins erstellt, weil ich mir selbst klar werden wollte, wie sehr man mit diesem System von Drittanbietern abhängig ist. Wordpress an sich ist nicht gegen Spam gefeit. Was, wenn Akismet irgendwann beschließen, kostenpflichtig zu werden? Wordpress kann von sich aus nur Englisch, allein, wenn man auf Deutsch schreiben will, sind mindestens 2 Plugins nötig (o42-clean-umlauts und Intypo), und so weiter, und so fort. 11 Plugins, also, ohne die Wordpress zwar ein gutes Content Management System wäre, das jedoch an allen Ecken und Enden Kompromisse vom Benutzer erzwingen würde.
Ich habe anfangs Textpattern und Movable Type erwähnt. Beide sind genausowenig perfekt wie Wordpress, doch während die Entwicklung beider System genau diese Probleme beseitigen soll, scheint mir Wordpress einen anderen Weg zu gehen: Hier bemüht sich meiner Ansicht nach Matt Mullenweg nur mehr, ein System zu schaffen, dass wordpress.com dienlich ist, die Wordpress(.org)-Gemeinde, aber nicht zu sehr abschreckt. Ob der Trend, seine Seiten auf Wordpress laufen zu lassen, tatsächlich so vorteilhaft ist, weiß ich nicht, möchte aber vorsichtig auf „leichtes Risiko“ setzen.
dreitehabee im Abonnement als
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Vor allem WP 2.5 richtet sich doch sehr an WP.com, die Entwicklung geht immer weiter auf den DAU ein, die „Profis“ bleiben außen vor.
Im übrigen würde das „perfekte System“ komplett Plugin basiert sein, also jede Funktion in einem Plugin (auch ganz grundsätzliche Funktionen wie Write Post, etc), dadurch liesen sich schlechte Systemkomponenten sehr leicht austauschen. Es ist ja oft eine Geschmacksfrage wie das Interface aussehen soll bzw. welche Funktionen ein System haben muss und welche stören.